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WM 2010: Strafanzeige gegen Podolski

Die „Watsch’n“-Affäre könnte für Lukas Podolski nun doch noch ein Nachspiel haben. Nach seiner Ohrfeige gegen DFB-Kapitän Michael Ballack im WM-Quali-Spiel gegen Wales wurde bei der Staatsanwaltschaft Köln Strafanzeige wegen Körperverletzung gegen den Bayern-Stürmer erstattet.

Laut einem Bericht des Kölner „Express“ ging die Anzeige anonym ein. Als Begründung für die Anzeige hieß es, dass eine „solche Tat vor den Augen einer Millionenöffentlichkeit“ nicht hinnehmbar sei.

Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte die Anzeige, leitete den Sachverhalt aber an die Staatsanwaltschaft München II weiter. „Ich denke, wir sind dafür nicht zuständig“, begründete der Kölner Oberstaatsanwalt Günther Feld.

Laut Strafgesetz erfüllt eine Ohrfeige den Bestand der einfachen Körperverletzung, wenn das Opfer keine Schäden davonträgt und sich der Täter später entschuldigt. Bei einer Verurteilung droht Podolski eine Geldstrafe oder – im schlimmsten Fall – Haft.

Sportlich hatte das Vergehen des Bayern-Stars keine Konsequenzen. Der Nationalspieler bereute nach einem klärenden Gespräch mit Bundestrainer Joachim Löw, Sportdirektor Oliver Bierhoff und Ballack seine Tätlichkeit und spendete 5000 Euro an eine Fair-Play-Aktion des DFB. Die sportliche Führung der Nationalmannschaft sah von weiteren Sanktionen ab.

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WM 2010: Joachim Löw – ‘Sehr gute Energie vorhanden’

Joachim Löw zeigte sich nach dem 2:0 in Wales zufrieden über einen „enorm wichtigen Sieg“, sieht in der Nationalmannschaft mit Blick auf die angestrebte WM 2010 aber noch viel Luft nach oben. Das Ziel, sechs Punkte aus den vergangenen beiden Qualifikationsspielen zu holen, habe das Team erreicht.

Was sagen Sie zur Auseinandersetzung zwischen Ballack und Podolski?

Joachim Löw: „Ich habe nicht genau gesehen, was auf dem Platz passiert ist. Aber klar ist, Anweisungen vom Kapitän und den erfahrenen Spielern müssen umgesetzt werden. Das ist wichtig. Wenn Emotionen da sind und die Spannung hoch ist, gibt es solche Dinge mal. Die Mannschaft war selten so kommunikativ wie in diesen zehn Tagen, in denen eine sehr gute Energie vorhanden war.“

Wie sehen Sie jetzt die sportliche Situation in der WM-Gruppe 4?

Löw: „Wir haben 16 von 18 möglichen Punkten. Und haben noch vier ausstehende Spiele. Nach so einem Turnier-Jahr ist das fast maximal. Hier hätte ich mir gewünscht, dass wir nach dem 2:0 weiter auf das dritte Tor spielen, etwas mehr an Tempo gewinnen. Aber das Spiel ist dann so dahin geplätschert. Es ist auch ein bisschen verständlich, dass die Spieler das Tempo rausgenommen haben. In der nächsten Woche ist Champions League, UEFA-Cup und Bundesliga.“

Was nehmen Sie aus den vergangenen zehn Tagen mit?

Löw: „Russland hat gerade so 1:0 gewonnen gegen Liechtenstein. So eine Qualifikation ist nicht so einfach. Da ist es wichtig zu gewinnen. Die letzten zehn Tage waren enorm wichtig für uns, weil manche Dinge aufgearbeitet und analysiert worden sind. Im Training wurden einige Akzente gesetzt. Die Mannschaft hat sich klasse verhalten, beginnend mit dem Test, war sehr konzentriert.“

Sie sind taktisch wieder zu Ihrem EM-System mit einem offensiveren Michael Ballack zurückgekehrt, ein Lösung für die Zukunft?

Löw: „Dauerhaft nicht, aber es ist durchaus immer mal wieder eine taktische Variante. Marcell Jansen ist abgereist, weil sich die Grippe verstärkt hatte. Und Piotr Trochowski hat zwei Wochen nicht gespielt und erst Sonntag wieder mit der Mannschaft trainiert. Deshalb wollte ich ihn als Joker haben. Ich hatte noch irgendwie das Gefühl, an einem Schräubchen drehen zu müssen. Ich wollte mit Simon Rolfes das zentrale Mittelfeld kompakt machen. Auch damit Michael Ballack mehr Freiheiten genießen kann.“

Wie sehen Sie die Leistung von Robert Enke, der wie René Adler und Tim Wiese die Nummer 1 werden will?

Löw: „Robert Enke war gut. Die zwei, drei guten Möglichkeiten, die Wales hatte, hat er sehr gut gemeistert. Bei der einen oder anderen hohen Flanke oder bei den Eckbällen hatte er eine gute Lufthoheit. Er war souverän. Es ist die Aufgabe von Andreas Köpke an alle Torhüter, vermehrt auch an der Strafraumbeherrschung zu arbeiten. Dass man den Mut hat, rauszugehen bei Flanken, bei Bällen, die lange unterwegs sind. Da können und sollen sich alle unsere Torhüter noch ein Stückchen verbessern. In der Reaktion auf der Linie ist Robert Enke schon immer herausragend.“

Mario Gomez hat zumindest wieder ein „halbes Tor“ erzielt, schreiben Sie ihm das 2:0 gut?

Löw: „Ich habe mit Mario gesprochen, dass ich hohen Einsatz erwarte, dass er die Wege geht, dass er versucht, tief zu gehen, dass er sich vorne behauptet. Das zweite Tor ist ihm schon im starken Maße anzurechnen. Er lag auf dem Boden, hat sich wieder hochgerappelt und durchgesetzt. Er hatte natürlich auch etwas Glück, dass der Ball vom Waliser Spieler ins Tor geht. Aber das war schon mal eine gute Einzelleistung.“

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1. Bundesliga: Podolski-Abschied für die Ewigkeit

Lukas Podolski ist beim FC Bayern zurzeit Stürmer Nummer eins. Dennoch ist sein Abschied zum Saisonende besiegelt. Eine mögliche Rückkehr hat Manager Uli Hoeneß ausgeschlossen. Der 57-Jährige hat genug vom monatelangen Tohuwabohu um „Prinz Poldi“: „Ein Rückkaufsrecht gibt es nicht.“

Rückblick: Am 10. Juli 2006 wechselte WM-Held Podolski für eine Ablösesumme von rund zehn Millionen Euro vom 1. FC Köln zum deutschen Rekordmeister. Die Euphorie um den Publikumsliebling und Hoffnungsträger ebbte jedoch schnell ab. Der 23-Jährige konnte sich in der Isar-Metropole nicht durchsetzen, egal ob der Trainer Felix Magath, Ottmar Hitzfeld oder Jürgen Klinsmann hieß.

Wenn der „Kölsche Jung“ den FC Bayern am Ende der Saison in Richtung Heimat verlässt, wird es keine Wiederkehr geben. Die Bayern-Verantwortlichen haben ihre Lehren aus dem „Fall Podolski“ gezogen. Die Stürmer für die kommende Spielzeit stehen bereits fest. Der Champions-League-Sieger von 2001 plant mit dem gesetzten Sturm-Duo Miroslav Klose und Luca Toni sowie Neuzugang Ivica Olic (Hamburger SV) und Shootingstar Thomas Müller.

Hoeneß bleibt seinem Weg, die Offensive mit vier Angreifern zu besetzen treu, auch wenn es aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle von Klose und Toni zuletzt zu akutem Spielermangel im Sturm kam. „Lieber habe ich mal ein paar Wochen einen Engpass als eine ganze Saison ein Theater wie mit Lukas Podolski“, sagte Hoeneß im „Münchner Merkur“.
Nicht zuletzt deshalb weiß Olic bereits vor seinem Wechsel im Sommer über seine Rolle als neue Nummer drei im Bayern-Sturm bescheid. Der Kroate empfiehlt sich mit insgesamt 19 Treffern (Bundesliga, DFB-Pokal, UEFA-Cup) in dieser Saison für die Aufgabe an der Säbener Straße.

Shootingstar Müller ließ die Experten gleich bei seinem ersten Auftritt im Trikot der Bayern-Profis mit der Zunge schnalzen. Der 19-Jährige fügte sich beim 7:1-Heimerfolg gegen Sporting Lissabon in der Champions League nach seiner Einwechslung in der 72. Minute nahtlos in die Mannschaft ein und krönte seine Leistung mit einem sehenswerten Tor. Ein Grund mehr für Hoeneß, dem aufstrebenden Jungstar eine Chance zu geben: „Wenn wir einen weiteren fertigen Spieler holen würden, würde Thomas Müller doch wieder nur auf der Bank sitzen. Aber wir wollen einem jungen Spieler hier mal wieder eine Chance geben.“

Nobody Müller tritt in die Fußstapfen von Podolski, der seinen Dienst in der bayerischen Landeshauptstadt im Sommer 2006 als gefeierter Nationalspieler antrat und den Klub als gescheiterter Jungprofi verlässt. Müller hat neben seinem prominenten Nachnamen auch körperlich beste Voraussetzungen diese zu füllen, seine Füße sind nämlich mindestens genauso groß wie die des Vize-Europameisters.

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Fußball EM: Podolski ist zurück im Boot

Mit Lukas Podolski sowie den ebenfalls zuletzt fehlenden EM-Teilnehmern Arne Friedrich und Marcell Jansen geht die deutsche Nationalmannschaft in die kommenden beiden WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein und Wales. Bundestrainer Joachim Löw gab am Donnerstagmittag sein Aufgebot bekannt, in dem der Bremer Mittelfeldspieler Mesut Özil fehlt. Hoffenheims Andreas Beck und Marcel Schäfer (Wolfsburg) sind wieder dabei.
Lukas Podolski

Podolski, Friedrich und Jansen fehlten zum Auftakt des Länderspiel-Jahres gegen Norwegen aus Verletzungsgründen. Erstmals wieder mit von der Partie ist auch Torhüter Robert Enke von Hannover 96, der wegen eines Kahnbeinbruches für einige Wochen unpässlich und gegen Norwegen nicht nominiert worden war. Enke hatte zuletzt gegenüber dem kicker zu Protokoll gegeben, den Kampf um die Nummer eins nun wieder voll aufnehmen zu werden und in seiner Karriere noch zwei bis drei große Turniere spielen zu wollen.

Um den Platz im Tor bei der WM 2010 in Südafrika kämpfen auch René Adler (Leverkusen) und Tim Wiese (Bremen), die gegen Liechtenstein und Wales ebenfalls im Aufgebot stehen.

Zur Rückkehr von Lukas Podolski sagt der Bundestrainer gegenüber „dfb.de“: „Es ist sehr erfreulich, dass Lukas beim FC Bayern wieder eine gute Rolle spielt. Unabhängig davon hätten wir ihn aber auf jeden Fall für die beiden Länderspiele eingeladen, denn wir haben immer gesagt, dass wir Lukas, sobald er den richtigen Trainingsrhythmus hat, für uns ein wertvoller Stürmer ist, dem wir großes Vertrauen entgegen bringen.“

Derweil sei Marcell Jansen zunächst für das Mittelfeld berufen worden, weil sein HSV-Teamkollege Piotr Trochowski angeschlagen und sein Einsatz nicht gesichert sei.

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