Mit 'nachrichten' verschlagwortete Einträge

1. Bundesliga – Sonntagsschuss ins Hamburger Herz

Mit einer guten Leistung hat Hertha BSC beim HSV einen Punkt entführt. Während die Hamburger zwei verlorenen Punkten hinterhertrauern, freut sich die Hertha über Rang drei. Der Manager der Hertha ist vor allem mit der Art und Weise, wie dieses Remis erreicht wurde, zufrieden.

Es war ein wenig ulkig, als Herthas Trainer Lucien Favre kurz und knackig in einem Satz erklären sollte, was denn die bärenstarken Berliner 2009 insgesamt auszeichnen würde.

Der Schweizer Coach analysierte stattdessen eine geschlagene Minute die gesamte Partie gegen den Hamburger SV, dem sein Team gerade wacker ein 1:1 abgetrotzt hatte. Nun ja, Sprachbarrieren hin oder her, ein guter Trainer ist Favre allemal, und irgendwie hat er ja indirekt auch eine Antwort gegeben: Hertha hat eine punktuell und minutiös perfekt gesteuerte Mannschaft. Strikt organisiert halt, wie ein Schweizer Uhrwerk.

Hoeneß stolz auf Team

Der Manager von Hertha BSC, Dieter Hoeneß, war da schon entschiedener auskunftsfreudig. „Wir sind gut zurückgekommen“, spielte er auf die frühe HSV-Führung an, auf die Frage nach dem wie, antwortete der Strippenzieher dieses Höhenflugs: „Wir hatten eine gute Ordnung, und der Wille war da, das Ding zu drehen.“

Während Hoeneß frisch und erleichtert wirkte, waren die Protagonisten des HSV mit miesepetrigen (Coach Martin Jol), zermürbten (Spieler Guy Demel) oder fast zornigen (Präsident Bernd Hoffmann) Gesichtszügen zu erblicken. „Uns hilft der Punkt mehr als dem HSV“, erkannte Hoeneß, dessen Mannschaft durch das Remis auf Platz drei der Tabelle katapultiert wurde. Dann zog er das typisch kokette Hoeneß-Grinsen auf, eine Mischung aus gewitzter Ironie und ein wenig hämischer Freude, Spötter mundtot gemacht zu haben. „Unsere Zielsetzung am Anfang war der UEFA Cup. Da haben uns viele für verrückt erklärt“, sagte der Manager, der gleichzeitig auch Geschäftsführer ist. Nun sei man auf einem Champions-League-Rang.

Hamburg wohl raus aus dem Titelrennen

Die Hertha spielte gegen die sehr heimstarken Hanseaten die gesamte Spieldauer über munter und selbstbewusst mit, sodass das 1:1 hochverdient war. Die frühe Führung durch Marcell Jansen (8. Minute), der wegen einer Fußprellung zunächst gar nicht auflaufen sollte, egalisierte Gojko Kacar (66.) mit einem schönen Dropkick aus über 20 Metern in den Winkel. „Ein Sonntagsschuss“, befand ein vergrätzter Jol, dann gewann er seinen guten Humor wieder und kalauerte mit Blick auf ein wohl neu zu definierendes Saisonziel hin: „Das einzige Ziel, das wir erreicht haben, ist 55 Punkte zu haben. Einen mehr als letztes Jahr zu Saisonende.“ Ob er zufrieden sei? „Eigentlich nicht“, unkte Jol, dessen Team sich nun wohl ziemlich sicher aus dem Titelrennen verabschiedet hat.

Jol gab auch selbstkritisch zu Protokoll: „Uns hat das Glück gefehlt, aber auch die richtige Überzeugung“, die Führung auszubauen oder mit der letzten Portion Wille und Aggression mit Zähnen und Klauen das 1:0 zu verteidigen. Hoeneß erkannte zwar richtig, dass der HSV wegen des kräftezehrenden UEFA-Pokalspiels vom Donnerstag frühzeitig platt gewesen sei, dennoch rauschten die Rothosen in der Schlussviertelstunde nochmal mit der zweiten Welle vor das Hertha-Gehäuse. Doch eben diese intelligente Abstimmung und blitzartige Umstellung der Gäste vom agierenden Konterfußball auf dicht gestaffelte Defensive zeichnet die Berliner aus. „Hertha ist sehr sachlich“, analysierte Jol in niederländisch-deutschem Duktus.

Kampf um Rang drei

Die Tabelle hat sich indes an diesem 30 Spieltag an der Spitze ein wenig auseinander dividiert. Fünf Punkte auf Tabellenführer VfL Wolfsburg, sowie das deutlich schlechtere Torverhältnis werden dem HSV nicht reichen, um vier Spieltage vor Saisonende nochmal nach den Sternen zu greifen und den ersten Titel nach 1983 an die Elbe zu holen. Es geht nun um Platz drei und lukrative Champions-League-Millionen.

Auf diesem sitzt derweil Hertha mit einem Zähler Vorsprung auf die Hanseaten. Es ist anzunehmen, dass HSV-Boss Hoffmann auch deshalb so gallig dreinschaute, weil von hinten Borussia Dortmund drückt. Jol erkannte warnend: „Es gibt keine Top 5, sondern eine Top 6.“

Quelle

FC Bayern: Klinsmann gefeuert !

Der FC Bayern München und Jürgen Klinsmann gehen nach Angaben der „Bild“-Zeitung ab sofort getrennte Wege. Sein Nachfolger für die restlichen fünf Bundesligaspiele wird Jupp Heynckes, der bereits am Samstag beim Spiel gegen Schalke auf der Tribüne der Allianz Arena gesessen hatte.

Trotz seines bis Sommer 2010 datierten Vertrags zogen die Bayern-Bosse die Notbremse. Am Sonntagvormittag verantwortete Klinsmann noch das Training. Doch bereits gegen Mittag trafen sich Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Karl Hopfner und diskutierten bis in den späten Abend. Auslöser war die 0:1-Schlappe am Samstag gegen Schalke 04 in der Allianz Arena. Zuvor das Aus im Viertelfinale des DFB-Pokals und in der Champions League sowie die gefährdete Qualifikation für die „Königsklasse“ in der kommenden Saison.

Quelle

Zwei Tage nach der 0:1-Pleite gegen den FC Schalke hat der deutsche Fußballmeister Bayern München die Konsequenzen gezogen und sich von Trainer Jürgen Klinsmann getrennt. Bis zum Saisonende soll jetzt Trainer-Veteran Jupp Heynckes gemeinsam mit dem Coach der zweiten Bayern-Mannschaft, Hermann Gerland, versuchen, trotz der drei Punkte Rückstand auf Tabellenführer VfL Wolfsburg doch noch den Meistertitel 2008/2009 zu gewinnen.

Mit dem früheren Bundestrainer Klinsmann müssen auch dessen bisherigen Assistenten Martin Vasquez und Nick Theslof gehen. Der Bayern-Vorstand mit Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Karl Hopfner teilte die Entscheidung dem 44-Jährigen am Montagmorgen mit: «Der Vorstand sah nach den letzten Ergebnissen die Mindestziele für diese Saison gefährdet und hat sich deshalb zu diesem Schritt entschlossen», erklärte der Verein auf seiner Internetseite.

Die Ära Klinsmann währte bei den Bayern damit nur zehn Monate: Erst zu Beginn der Saison hatte der 44-Jährige mit viel Vorschusslorbeeren seine Arbeit beim deutschen Rekordmeister aufgenommen. Er versprach, jeden Bayern-Spieler ein Stückchen besser zu machen. Die Realität sah anders aus: Die Bayern schieden sowohl in der Champions League als auch im DFB-Pokal vorzeitig aus und verloren in der laufenden Bundesliga-Spielzeit bereits sieben Partien. In der gesamten vorigen Saison hatte es nur zwei Niederlagen gegeben.

Der 63-jährige Heynckes hatte die Bayern bereits von 1987 bis 1991 trainiert und war dabei zwei Mal – 1989 und 1990 – Deutscher Meister geworden. Zuletzt war er bis Januar 2007 Coach bei Borussia Mönchengladbach. Er gilt lediglich als Übergangslösung. Für die kommende Saison wird ein neuer Trainer gesucht. Bereits am (morgigen) Dienstag sollen Heynckes und Gerland erstmals das Training leiten.

Quelle

Arne Friedrich Opfer einer Erpressung

Es klingt wie der Stoff für einen Krimi, wurde für Nationalspieler Arne Friedrich aber zur Realität: Der Kapitän von Hertha BSC wurde nach Informationen der „BZ“ erpresst, schaltete die Polizei ein und lockte den Erpresser bei der Geldübergabe in die Arme der Polizei. Herthas Pressesprecher Hans-Georg Felder bestätigte den Vorfall.

Die unerfreuliche Geschichte begann mit einem Besuch Friedrichs beim Reha-Training. Wie immer verschloss er seine Uhr in einem Schrank, es ist ein Modell der Marke IWC, Wert: 8900 Euro. Die Uhr hatte Friedrich vor der EM 2008 als Glücksbringer erhalten, auf der Rückseite stehen Name und Trikotnummer im DFB-Team. Nach dem Reha-Training war die Uhr weg, aus dem Schrank gestohlen.

Zum Schein auf Forderungen eingegangen

Später klingelte Friedrichs Handy: „Ein mir unbekannter Typ sagte, dass er meine Uhr gefunden hätte. Wenn ich ihm 5000 Euro geben würde, dann würde er mir die Uhr an einem geheimen Ort zurückgeben.“ Der 29-Jährige schaltete die Polizei ein, die die Festnahme des Täters plante. Zum Schein ging Friedrich auf die Forderung ein und machte einen Termin für die Übergabe aus.

Kugelsichere Weste bei der Übergabe

Dann der Tag der Übergabe: „Plötzlich bekam ich als Vorsichtsmaßnahme eine kugelsichere Weste übergezogen, wurde von den Polizisten informiert, wie ich mich zu verhalten habe. Dann ging’s los. Der Erpresser kam auf mich zu. Die vier Zivilbeamten kamen aus einem Gebüsch. Sie stürmten in unsere Richtung und schnappten sich den Mann. Es ging alles unglaublich schnell“, sagte Friedrich. Der Spuk hatte eine Ende und Friedrich seine Uhr zurück. Als Folge hat er inzwischen seine Handynummer in eine Geheimnummer geändert.

1. Bundesliga: Butt mit breiter Brust zum Titel?

Torhüter Hans-Jörg Butt (34) hat in dieser Saison nur ein Ziel. Mit dem FC Bayern München will der „ewige Zweite“ endlich Meister werden. „Ich kenne die Feier auf dem Marienplatz nur aus Erzählungen, in diesem Jahr will ich das selber mal miterleben“, meinte er in der TV-Sendung Blickpunkt Sport.

Das Selbstbewusstsein stimmt. Nach der Ausbootung von Michael Rensing ist Butt bis zum Saisonende die neue Nummer eins im Bayern-Tor.

Ob danach ein anderer Keeper verpflichtet wird, ist dem Vize-Weltmeister egal. Butt will einfach nur die Meisterschale in den eigenen Händen halten, nachdem er 2002 mit Bayer Leverkusen auf Platz zwei landete.

„In München kann man jedes Jahr um den Titel kämpfen. Außerdem besteht fast immer die Möglichkeit, in der Champions League zu spielen“, so Butt, der nicht zum FC Bayern gekommen ist, um nur auf der Bank zu sitzen.

Butt will spielen. Am besten über die Saison 2008/09 hinaus, wenn ihn die Verantwortlichen an der Säbener Straße lassen. „Es ist etwas Besonderes hier zu spielen. Dass ich im Tor stehe, ist für mich nicht überraschend. Ich habe im Training ordentlich Gas gegeben.“

Klinsmanns Vertrauen hat er. Eigentlich sollte Butt nur ein Spiel in der Champions League gegen den FC Barcelona zwischen den Pfosten stehen. Mittlerweile sind vier Partien daraus geworden. „Es geht nicht um mich oder Rensing. Wir wollen die Saison ordentlich abschließen. Wir wollen uns für die Champions League qualifizieren und Deutscher Meister werden.“

Diese Möglichkeit besteht zwar, aber ebenso die Tatsache, dass Butt im Tor der Bayern wieder nur Zweiter wird. Eine bittere Vorstellung, wenn man bedenkt, dass er bereits Vize-Weltmeister, Vize-Champions-League-Sieger, Vize-Meister und Vize-Pokalsieger war. „Wir müssen jetzt die Spiele gewinnen, dann können wir unsere restlichen Ziele noch erreichen.“

Vielleicht auch mit einem Elfmetertor von Butt, der als Keeper mit 26 Pflichtspieltoren von der Regionalliga bis hin zur Champions League mehr Treffer erzielt hat, als manch anderer Profi. „Ich habe mich nie aufgedrängt, einen Elfmeter zu schießen“, bemerkte der ruhige und besonnene Schlussmann, den „Klinsi“ zum neuen „Leader“ in der Kabine deklarierte. Schwer vorzustellen, denn Butt scheint kein Typ, der einfach so mit der Faust auf den Tisch haut. Aber vielleicht trifft er mit seinen leisen Tönen den Nerv der Mitspieler und kann seinen Traum vom Titel endlich verwirklichen.

Quelle

1. Bundesliga: DFB-Pokal als rettendes Ufer

Für Bayer Leverkusen ist das DFB-Pokal-Halbfinale „das Spiel des Jahres“. Bayer ist in der Rückrunde ins Niemandsland der Tabelle abgerutscht, das internationale Geschäft kann nur noch über den Pokal erreicht werden. Nun geht es gegen den FSV Mainz 05 – das beste Auswärtsteam der 2. Liga.

Hoch gelobt und begeistert beobachtet wurde der temporeiche Fußball, den Trainer Bruno Labbadia mit seiner Elf in der Hinrunde auf den Rasen zauberte. Im Winter folgte jedoch der Einbruch, ähnlich wie beim Herbstmeister Hoffenheim. Nach zwölf Spieltagen wurde die Werkself neben der TSG noch als Kandidat auf den Meistertitel gehandelt und galt als Vorzeigemodell dafür, wie man mit jungen deutschen Talenten attraktiven Fußball spielen kann.

Doch nach der Pause war die Attraktivität im Leverkusener Spiel verflogen. Nach elf Rückrundenspielen sieht die Bilanz eher mager aus: zwei Siege, vier Unentschieden, fünf Niederlagen. Mit neun Punkten Rückstand auf Rang fünf hat sich Bayer aus dem Rennen um die europäischen Plätze verabschiedet. Die Vorstellungen schwanken zwischen wenigen Lichtblicken (wie dem 4:2-Erfolg über Bayern im Viertelfinale des DFB-Pokals) und glanzlosen, teilweise deprimierenden Spielen wie beim 1:2 in Bielefeld.

Deshalb ruhen nun alle Hoffnungen auf dem DFB-Pokal – der letzten echten Chance zum Einzug in den internationalen Wettbewerb. „Er ist der kürzeste Weg dorthin“, sagte Renato Augusto im „kicker“ und warnt: „Man ist schnell weiter, aber auch schnell draußen.“ Doch im Pokal spielte Bayer bisher überzeugend: Beim einzigen Sieg in der Düsseldorfer LTU-Arena bezwang man im Viertelfinale Bayern München dank einer hervorragenden Leistung mit 4:2.

Nach dem Pokalsieg 1993 und der Finalniederlage 2002 gegen Schalke 04 scheint reine Formsache, denn auf dem Papier ist Bayer gegen Mainz klarer Favorit. Doch die Werkself sollte sich vom Klassenunterschied nicht zu sehr blenden lassen – denn mit Mainz kommt das beste Auswärtsteam der 2. Liga nach Düsseldorf. Neun Siege, drei Unentschieden und nur zwei Niederlagen stehen zu Buche – vielleicht ist es ein Vorteil für die Mainzer, auswärts antreten zu müssen, zumal Bayer die vergangenen sieben Bundesligaspiele in der ungeliebten LTU-Arena nicht mehr gewonnen.

Unterschätzen darf die Elf von Bruno Labbadia die Mainzer keinesfalls. Das Team von Coach Jörn Andersen spielt um den Aufstieg mit und rangiert mit sieben Punkten Rückstand auf Tabellenführer Freiburg auf dem dritten Platz.

Die Generalprobe für das Spiel gegen Leverkusen verlief nicht wie gewünscht. Einer 1:2-Niederlage im Spitzenspiel gegen Freiburg folgte ein mageres 0:0 gegen Ahlen. „Wir fahren als krasser Außenseiter nach Düsseldorf – wie immer, wenn ein Zweitligist bei einem Erstligisten antreten muss“, sagte Andersen, der trotzdem an seine Mannschaft glaubt: „Wir haben ja auch schon die Sensationen gegen Köln und Schalke geschafft. Warum sollten wir das nicht auch gegen Leverkusen schaffen?“

Um die Überraschung abzuwenden, beschwört man bei Bayer das Pokal-Gefühl. Das Endspiel-Feeling kennt auch Simon Rolfes: „Das ist ein einmaliges Erlebnis“, sagte der Bayer-Kapitän und verwies auf die Partie gegen die Münchner: „Wir müssen das Viertelfinale gegen Bayern zum Vorbild nehmen: Dann bin ich optimistisch, dass wir das Finale erreichen.“

Die Leverkusener bangen noch um Renato Augusto und René Adler. Der Keeper laboriert an Schulterproblemen, Augusto klagt über ein angeschwollenes Knie. Dagegen kann Andersen auf die wieder genesenen Stammkräfte Niko Bungert und Markus Feulner setzen, die aufgrund muskulärer Probleme gegen Ahlen passen mussten.
Doch egal, ob Mainz weiterkommt oder nicht – ein Festtag wird die Partie gegen Leverkusen auf jeden Fall. Das unterstrich auch Präsident Harald Strutz: „Feste soll man feiern, wie sie fallen.“

Quelle

1. Bundesliga: Fünf Gründe für den Schalke-Aufschwung

So schnell geht das auf Schalke! Vor nicht einmal einem Monat herrschte in Gelsenkirchen noch das pure Chaos. Nach der 1:2-Heimpleite gegen den HSV wurde Trainer Fred Rutten entlassen. Seitdem haben die „Knappen“ dreimal ohne Gegentor gewonnen. eurosport.yahoo.de nennt die Gründe für den Aufschwung.

Neues altes Trainergespann

Wie schon in der vergangenen Saison nach dem Rauswurf von Mirko Slomka hat sich die Notlösung auf der Trainerbank als ein Glücksgriff erwiesen. Das Trio Mike Büskens, Youri Moulder und Oliver Reck brachte das Team wieder auf den Erfolgsweg zurück. Nach zwei 2:0-Erfolgen gegen Bielefeld und Karlsruhe gewann Schalke auch am vergangenen Freitag gegen völlig überforderte Cottbuser mit 4:0 und liegt damit nur noch einen Rang hinter Platz fünf, der zur Teilnahme an der neu gegründeten Europa League brechtigt.

Das Lob der Spieler ließ nicht lange auf sich warten. „Die machen bis jetzt eine Superarbeit“, meint Mittelfeldspieler Jermaine Jones. Und Kevin Kuranyi sagt: „Ich hoffe, dass sie oben merken, dass die Drei passen.“ Allerdings will Geschäftsführer Peter Peters dem Trio für die nächste Saison noch nicht das Vertrauen aussprechen. Büskens meinte gegenüber dem Sportinformationsdienst, es interessiere ihn nicht, was nach der Saison passiert.

Neues Selbstvertrauen

Je häufiger die Mannschaft mit dem beliebten Trainertrio gewinnt, desto schwerer wird es für den Vorstand der „Königsblauen“, der Öffentlichkeit einen neuen Coach zu vermitteln. Denn das Team strotzt unter Büskens und Co. nur so vor Selbstvertrauen. Selbst Orlando Engelaar, der unter Rutten weit unter Normalform spielte, zeigt plötzlich längst verschollen geglaubte Qualitäten.

Das 4:0 durch Kuranyi gegen Cottbus bereitete er mustergültig vor. „Dass die Jungs gute Fußballer sind, wussten wir ja“, erklärt Büskens. Seitdem er mit Moulder und Reck das Kommando übernommen hat, scheinen das auch die Spieler selbst wieder zu wissen.

Taktische Veränderungen

„Ich fühle mich auf dieser Position sehr wohl“, meint Halil Altintop über seinen neuen Part als zentraler offensiver Mittelfeldspieler hinter den Spitzen. Im Zentrum sei er viel torgefährlicher als auf seiner früheren Position auf den Außen. „Da passt es sehr gut, wenn ich mehr aus dem Mittelfeld kommen und mir selbst die Bälle holen kann.“

Auch in der Abwehr hat das Trainergespann die Positionen wieder mit den richtigen Spielern besetzt. Nach der Verletzung von Marcelo Bordon ist Heiko Westermann auf seinen angestammten Posten des Innenverteidigers zurückgekehrt und hält seitdem mit Mladen Kristajic den Laden zusammen. Auf der linken Abwehrseite verdrängte der wieder genesene Christian Pander den Georgier Lewan Kobiaschwili. Der Außenverteidiger ist nicht nur in der Defensive stark, sondern unterstrich mit seinem Tor zum 1:0 gegen Energie auch seine Offensivqualitäten.

Mehr Spaß in der Mannschaft

Galten die Schalker unter Rutten noch als zerstrittener Haufen, sagt Mittelfeldspieler Jones jetzt über die Atmosphäre im Team unter dem neuen Trainertrio: „Die bringen eine Superstimmung in die Truppe. Es macht wieder Spaß, und das sieht man an jedem einzelnen Spieler.“ Selbst Stürmer Kuranyi, der in der Hinrunde noch häufig verzagte und laut über einen Weggang aus Gelsenkirchen nachdachte, hat das Lachen wieder gefunden.

Vor dem Spiel gegen die Lausitzer hatte er seinen Mitspielern versprochen, einen auszugeben, wenn er trifft. „Bei unserem Mannschaftsabend nach der Partie habe ich gern die erste Runde Cola bezahlt“, sagte Kuranyi und fügte scherzhaft hinzu: „Wem das nicht passte, konnte auch gerne eine Apfelschorle bestellen.“

Aufbaugegner

Bei aller Freude über die drei makellosen Siege hintereinander ist den Schalkern klar, dass Bielefeld, der KSC und Cottbus nicht die größten Herausforderungen darstellten. „Das waren Pflichtsiege“, machte Jones deutlich, und Altintop sagte nach dem höchsten Saisonsieg der Schalker: „Wir wollen nichts überbewerten.“ Alle wissen, dass die wahren Prüfungen erst noch bevorstehen.

Gleich das kommende Spiel gilt als der ultimative Gradmesser. Bei den wieder erstarkten Münchner Bayern wird ihnen am kommenden Samstag nichts geschenkt werden. „Wir fahren mit sehr viel Respekt nach München, denn der FC Bayern ist eine Topmannschaft“, warnt Kuranyi. „Wenn wir jedoch genauso selbstbewusst auftreten wie in den vergangenen Spielen, können wir auch dort punkten.“ Und Büskens ist schon ganz aufgeregt vor der nächsten Dienstreise. „Ich freue mich auf die Allianz-Arena. Da war ich noch nie.“ Bei einem Europapokalspiel auf der Schalker Bank saß er übrigens auch noch nie. Sollte aber seine Erfolgsserie anhalten und sein Team doch noch die Europa League erreichen, könnte er auch dieses Gefühl bald genießen.

Quelle

1. Bundesliga: VfB Stuttgart erhält Lizenz ohne Auflagen

Der VfB Stuttgart hat die Lizenz für die kommenden Bundesliga-Saison von der Deutschen Fußball Liga ohne Bedingungen und Auflagen erteilt bekommen.

«Das Resultat der Lizenzierung unterstreicht, dass sich der VfB auf die veränderten Rahmenbedingungen und auch auf die Herausforderungen des Arena-Umbaus gut eingestellt hat», sagte VfB-Vorstand Ulrich Ruf in einer auf der Internetseite des Clubs veröffentlichten Mitteilung. Die Schwaben, die nach Saisonende mit dem 60 Millionen Euro teuren Umbau der Mercedes-Benz Arena in ein reines Fußball-Stadion beginnen, erhalten die Lizenz zum fünften Mal ohne Auflagen.

Damit sieht sich der Verein auch in seiner bisweilen von Kritikern als zu konservativ bezeichneten Finanzpolitik bestätigt. «Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und blicken zuversichtlich in die Zukunft», sagte Ruf. «Die Gesamtentwicklung der Weltwirtschaft müssen wir dabei aber natürlich immer genau im Auge behalten.»

Quelle

20 Jahre nach Hillsborough: Trauertag und Wende

Das Hillsborough-Stadion in Sheffield ist am 15. April 1989 nicht zum ersten Mal Schauplatz eines Pokal-Halbfinales. Aber das Spiel zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest dauert nur sechs Minuten. Während Liverpools Stürmer Peter Beardsley die Latte trifft, kämpfen auf der «Leppings Lane»-Tribüne hinter dem gegnerischen Tor Anhänger seiner Mannschaft bereits um ihr Leben. Über 3000 sind eingequetscht zwischen nachdrängenden Massen und einem unüberwindbaren Metallgitterzaun, der das Spielfeld eingrenzt. Wenig später ist der Rasen übersät mit Toten, Verletzten und Menschen, die in Panik flüchten wollen. 94 Fans kommen an jenem Frühlingstag ums Leben, die 14 Jahre alte Lee Nicol erliegt vier Tage später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Das 96. Todesopfer, Tony Bland, liegt fast vier Jahre lang im Koma und stirbt im März 1993. 766 Menschen werden verletzt, die Hälfte davon muss in Hospitälern behandelt werden. Hunderte tragen schwere Traumata davon, unter denen sie zum Teil bis heute leiden. Am 15. April jährt sich das furchtbare Geschehen zum 20. Mal. «Ich denke nicht, dass wir die 96 Menschen, die starben, jemals vergessen werden», meinte Großbritanniens Premierminister Gordon Brown. Die Erinnerung an die Opfer bleibe für immer in den Gedanken, meinte er. Brown betonte auch, dass die Fans der «Reds» nicht für das Unglück verantwortlich zu machen seien. «Das erste, was ich sah, war eine Gruppe Liverpool-Fans, die einen Teil der Bandenwerbung als Trage benutzte und einen Mann trug, sein T-Shirt über das Gesicht gezogen, und ich dachte: ‘Der ist tot’», erinnert sich der Sanitäter Tony Edwards, der als einer der ersten im Stadion eintraf. Erst nach und nach werden die Dimensionen der Katastrophe deutlich. Hillsborough gleicht einem Schlachtfeld. «Es war ein Ereignis, das den Fußball in Großbritannien verändert hat – und darüber hinaus», sagt Rob Hughes von der «International Herald Tribune», damals als Augenzeuge dabei. «Das Gefühl absoluter Hilflosigkeit, ein – geschweige denn 96 Leben – zu retten, in einem Stadion, das als Ort der Freude gebaut wurde, wird die, die dabei waren, nie verlassen.» Die Ursachen für das Unglück enthüllte in den Wochen danach der «Taylor-Bericht». Anders als bei der Katastrophe 1985 im Brüsseler Heysel-Stadion, wo randalierende Liverpool-Hooligans vor dem Europapokal-Finale gegen Juventus Turin eine Absperrung durchbrachen und dadurch den Tod von 39 Menschen, überwiegend italienischen Fans, verursachten, war nicht Fan-Gewalt, sondern Polizei-Versagen der Auslöser. Die Ordnungskräfte leiteten die auf «Leppings Lane» strömende Menge nicht zu Nebenaufgängen um und reagierten viel zu zögerlich, als sich das Desaster abzeichnete. Bis heute ist das schwerste Unglück in der britischen Fußball-Geschichte ein Tag der Trauer. Angehörige der Opfer kämpfen noch immer um «Gerechtigkeit» und angemessene Entschädigung. Am Jahrestag findet auf der «Kop»-Tribüne in Liverpools Stadion an der Anfield Road ein Gedenkgottesdienst statt. Beim Cup-Halbfinale zwischen Michael Ballacks FC Chelsea und dem FC Arsenal am 18. April wird Englands Fußball-Verband FA an die Katastrophe erinnern. Die Mannschafts-Kapitäne und FA-Chef Lord Triesman werden Vertreter der «Hillsborough Families Support Group» Blumen überreichen. Hillsborough markiert auch einen Wendepunkt im englischen Fußball. Die Zäune verschwanden, ebenso die Stehtribünen. In der höchsten Spielklasse gab es bald nur noch Sitzplatz-Stadien. «Bis in die späten 1980er Jahre hielten die Vereine Fans für Tribünen-Futter», schrieb der Fußball-Kommentator der Zeitung «The Guardian», David Lacey, zehn Jahre nach dem Unglück, «nun wurden sie zu Kunden, denen man nicht länger Einrichtungen zumuten konnte, die zu den Slums der 1930er Jahre gehörten.» Das kostete Geld. Die Premier League wurde gegründet, die Fernsehmillionen des kommerziellen Abo-Senders Sky begannen zu fließen, der Boom war geboren. Nach Investitionen von gut drei Milliarden Pfund habe England heute die sichersten und teuersten Stadien der Welt, meint Hughes, und eine andere Klientel: «Fußball ist heute Teil der Mittelklasse-Kultur. Die Arbeiterschicht kann sich die Eintrittskarten nicht mehr leisten.» Damit wurden diejenigen ausgeschlossen, die bis dahin als «harter Kern» englischer Fans galten. Seitdem hat es kaum noch Hooligan-Ausschreitungen gegeben, wie sie bis in die 1980er Jahre an der Tagesordnung waren. Auch 20 Jahre später ist Hillsborough für den FC Liverpool mehr als abstraktes Gedenken – trotz der starken Internationalisierung der Mannschaft, für die oft nur noch zwei Engländer auflaufen. Ein Cousin des heutigen «Reds»-Kapitäns Steven Gerrard, der damals zehnjährige Jon-Paul Gilhooley, war am 15. April 1989 unter der Toten. Deshalb wird der Nationalspieler auf der «Kop»-Tribüne einer der Redner sein.

Quelle

Kahn-Erbe Rensing und das frühe Ende als Nummer 1

Wo Jürgen Klinsmann Trainer ist, sind Torwart-Diskussionen nicht weit. Im Tor der Nationalelf musste vor dem «Sommermärchen» Oliver Kahn als Nummer 1 dran glauben, beim FC Bayern München steht nun Titan-Nachfolger Michael Rensing vor dem Ende seiner Torwart-Amtszeit.

Dabei hatte Rensings Karriere als Nummer 1 der Bayern gerade erst richtig begonnen. Lange hatte der 24-Jährige auf seine Chance im Tor des Fußball-Rekordmeisters gewartet und sie als Kahn-Erbe in dieser Saison auch bekommen; vor den wichtigsten Spielen des Jahres wurde er aber zugunsten des zehn Jahre älteren Jörg Butt auf die Bank verbannt. «Michael Rensing hat großes Potenzial, aber in einem Prozess gibt es Momente, da geht es wie jetzt ums reine nackte Ergebnis. Und da muss ich seine Entwicklung hinten anstellen und den spielen lassen, der ihm noch einen Schritt voraus ist», begründete Klinsmann.

Dass Butt «noch einen Schritt voraus ist», dürfte für den seit 2000 in München spielenden Junior ein Schlag ins Gesicht sein. Der Keeper, der in Leverkusen von René Adler aus dem Tor verdrängt worden war und bei Benfica Lissabon nur Ersatz war, soll besser sein als er? Trug Rensing den «Schock» aus dem Hinspiel in Barcelona noch professionell gefasst zur Schau, so schwieg er vor dem Rückspiel in der Allianz Arena. Nach dem 0:4 in Spanien war der ehemalige U-21-Nationaltorhüter noch von einer einmaligen Sache ausgegangen, nun scheinen seine Tage als Nummer 1 beim Lieblingsclub gezählt. Die Namen von Robert Enke (Hannover) und anderen Torhütern geistern seit Tagen in München umher.

Enke liebäugelt seit längerem mit einem Wechsel, obwohl er sich in Hannover heimisch fühlt. Der 31-Jährige, der Bayerns Torwarttrainer Walter Junghans noch aus der gemeinsamen Zeit bei Benfica kennt, will bei der WM in Südafrika unbedingt im DFB-Tor stehen. Seine Chancen würden mit internationalen Vereins-Einsätzen, die er mit den Münchnern haben würde, deutlich steigen. Bundestrainer Joachim Löw beschränkte jüngst den Kandidatenkreis neben Enke auf den Leverkusener Adler, Bremens Tim Wiese und Schalkes Manuel Neuer – den Namen des für die Zukunft lange hochgehandelten Rensing hatte er nicht auf dem Zettel.

Außer Schwächen bei hohen Bällen kann sich Rensing nicht viel vorwerfen, denn Spiele verloren hat er noch nicht für die Bayern – aber eben durch ein paar gehaltene «Unhaltbare» auch noch keines gewonnen. Nur sechs Niederlagen in 49 Liga-Spielen, von denen er die ersten 27 unbesiegt blieb (Rekord), stehen beim 1,88 Meter großen Rensing zu Buche. «Man muss sich Sorgen machen, ob er als Nummer eins zurückkehren wird», sagte Klinsmann-Vorgänger Ottmar Hitzfeld über die brisante Personalie. Ein Torwartwechsel in einem Club, in dem Sepp Maier, Jean-Marie Pfaff und Kahn Kultstatus erlangten, geht dort eben keinesfalls ohne Nebengeräusche über die Bühne.

Schon vor der Saison soll Klinsmann erwogen haben, Jens Lehmann im Bayern-Tor zu installieren, im Herbst hätte er angeblich gerne Amateur-Torwart Michael Kraft in den Kasten gestellt, nun ersetzte er den Fan-Liebling. Zwar betonte der Trainer weiter das große Potenzial des von ihm zurückgestuften Schlussmanns, aber lieber setzt er auf «Ruhe» und «Gelassenheit» von Butt, der «aufgrund seines Typs und seines Intellekts einer unserer Leader ist». Und derzeit auch ein bisschen das Gesicht des FC Bayern: Denn die Gesichtsschrammen Butts nach einem Foul von Thierry Henry aus dem Barcelona-Hinspiel drückten symbolisch den Zustand der angekratzten Bayern aus.

Quelle

WM 2010: Ronaldo will Selecao-Comeback

Der dreimalige Weltfußballer Ronaldo hat gut einen Monat nach seinem Comeback auf den Fußballplatz erstmals öffentlich den Wunsch nach einer Rückkehr in Brasiliens National-Elf geäußert. Nach einjähriger Verletzungspause liegt der Fokus des 32-Jährige aber zunächst auf seine Leistungen im Verein.

„Es ist ein großer Wunsch, aber nicht eine Priorität. Ich bin immer bereit, das Trikot der Seleção anzuziehen, aber das Ziel ist es, gut für Corinthians zu spielen“, sagte Ronaldo am Samstag dem Internet-Portal GloboEsporte.

Der WM-Torschützenkönig und Fußball-Weltmeister von 2002 ist sich aber bewusst, dass er derzeit noch nicht seine Topform erreicht hat, obwohl er in sieben Spielen für Corinthians fünf Tore erzielte. Erst kürzlich hatte Ronaldo eingeräumt, dass er noch etwa drei Kilogramm über Idealgewicht liege und er noch besser werden müsse, um das Niveau seiner Konkurrenten für die Nationalelf zu erreichen. „Wenn ich es verdiene, gerufen zu werden, stehe ich völlig zur Verfügung“, sagte „O Fenômeno“, wie Ronaldo von den Fans genannt wird.

Ronaldo, der im März nach einjähriger Verletzungspause auf den Rasen zurückkehrte, hat nach Ansicht von Corinthians-Arzt Joaquim Grava gute Chancen auf eine Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika. Der Mediziner hatte kürzlich der Deutschen Presse-Agentur dpa gesagt: „Das ist kein Traum. Wenn er in diesem Rhythmus weiter arbeitet, sich nicht verletzt und nichts Unvorhergesehenes passiert, dann ist er absolut in der Lage, an der WM teilzunehmen. Ohne Zweifel.“

Quelle

Nächste Seite »


Top-Beiträge

  • Keine