2. Bundesliga: SC Freiburg marschiert – Mainz stagniert

Der im Spitzenspiel der Zweiten Liga unterlegene Verfolger dagegen bangt wegen seines ausgewachsenen Heimkomplexes um den angestrebten Sprung in das Fußball-Oberhaus. «Charakter und Teamgeist zeichnen die Mannschaft aus. Wir haben gezeigt, welche Qualität in uns steckt», sagte SC-Trainer Robin Dutt mit Stolz. «Jetzt bin ich als Psychologe gefragt», meinte sein Mainzer Kollege Jörn Andersen, der die Problemzone seiner Elf nicht in den Griff bekommt.

Der siebte Rückrundensieg beendete die drei Spiele anhaltende Mini-Krise der Breisgauer schlagartig. Mit sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz drei und gar sieben auf den ersten Nicht-Aufstiegsplatz marschiert Freiburg sieben Runden vor Saisonende dem Aufstieg unaufhaltsam entgegen. «Dass wir bei Standards nicht ganz ungefährlich sind, dürfte bekannt sein», meinte Dutt zu den Treffern von Mohamadou Idrissou (53.) und Ivica Banovic (67.). Den 44-Jährigen freute besonders, dass «wir die Köpfe nach dem 0:1 hoch genommen und mutig nach vorn gespielt haben».

Das Restprogramm spricht für den SCF, der mit Greuther Fürth (32. Spieltag) und Kaiserslautern (34.) nur noch zwei Teams aus dem Kreis der Aufstiegsanwärter im eigenen Stadion erwartet. Doch bis dahin können die Dutt-Schützlinge die Saison längst in ihrem Sinne geregelt haben. «Wir müssen den Ball flach halten», warnte Dutt jedoch.

«Mit solch einer Heimbilanz ist noch keine Mannschaft aufgestiegen», konstatierte der Mainzer Manager Christian Heidel enttäuscht. 17 Punkte und 21 Gegentore sind die Bilanz eines Absteigers. Die vierte Pleite vor eigenem Publikum trotz der Halbzeitführung durch Nikolce Noveski (45.) machte rundum sprachlos. «So haben wir uns das nicht vorgestellt», presste Präsident Harald Strutz heraus. Coach Andersen bemühte die Worte, die seit Wochen zu hören sind. «Das nächste Heimspiel müssen wir gewinnen, da zählen nur die Punkte», meinte der Norweger.

Bei 30 in der Fremde geholten Zählern wäre dem 46-Jährigen ein Auswärtsspiel lieber. Doch es geht am 17. April daheim gegen RW Ahlen weiter, in Zeiten der Mainzer Heimkrise eine verdammt schwer zu lösende Aufgabe, zumal die Rheinhessen den heißen Atem der Verfolger aus Nürnberg, Fürth und Kaiserslautern spüren. «Wir sind immer noch Zweiter. Das ist eine sehr gute Ausgangslage», meinte der stärker unter Druck geratene Andersen. Die Richtung weisende Partie wird wohl ohne Markus Feulner stattfinden. Der 27-Jährige schied mit einer Oberschenkelverletzung vorzeitig aus.

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