Bundesliga: Realisten & Träumer – Trainer vs. Team

„Wir haben bisher Nichts“, sagte der eine. „Wir holen die Schale nach Berlin“, sagt der andere. Bei der Hertha sind Widersprüche im Meisterschaftskampf Realität. Während die Spieler öffentlich über den Titel sprechen, warnt der Trainer vor der Auswärtspartie in Köln vor allzu großer Euphorie.

„Wenn die Hertha weiter so effizient spielt, hat sie alle Chancen“, bescheinigte Bochums Trainer Marcel Koller nach der 0:2-Niederlage am vergangenen Samstag im Berliner Olympiastadion der Hertha große Titelchancen. Deutlicher wird Innenverteidiger Joe Simunic, ein Garant für den Erfolg der Berliner in dieser Saison: „Wir wollen Deutscher Meister werden.“ Bereits nach dem 1:0-Heimsieg gegen Leverkusen am 14. März „versprach“ der Kroate per Megafon den Fans in der Ostkurve die Meisterschaft und reckte eine aus Pappe imitierte Schale in den Abendhimmel. Und Stürmer Andrej Woronin legt nach. „Wenn wir die restlichen drei Spiele gewinnen, dann sind wir zu 99 Prozent Deutscher Meister.“

Selbst Manager Hoeneß, der ja eigentlich nicht vom Titel reden will, hat sich mittlerweile mit dem „Titelvirus“ infiziert: „Wenn du dreimal gewinnst, bist du durch.“ Wer Hoeneß kennt, der weiß, wie sehr er den Titel nach 13 Jahren Amtszeit herbei sehnt. Auch wenn er schnell noch hinzu fügt: „Wenn du nur träumst, kannst du dich nicht hundertprozentig auf die nächste Aufgabe konzentrieren.“

Nur einer tritt seit Wochen kontinuierlich und vehement auf die Euphoriebremse. Bereits während der dreiwöchigen Tabellenführung mahnte Trainer Lucien Favre zur Vorsicht und wiederholte gebetsmühlenartig, dass man „noch nichts erreicht hätte.“ Auch gegenüber eurosport.yahoo.de sagte der Schweizer Anfang April: „Ich muss als Trainer realistisch sein und darf nicht träumen. Die Spieler und unsere Fans dürfen träumen und an die Meisterschaft denken.“ Geändert hat der 51-Jährige seine Ansichten bis heute nicht. Zumindest lässt er sich heute aber entlocken, dass „alles möglich ist.“ Kennt man Favre, so ist klar, dass dies bereits eine sensationelle Aussage ist. Und so beeilt er sich, das Ganze dann schnell doch noch zu relativieren: „Unser Ziel bleibt es, um einen UEFA Cup-Platz zu kämpfen.“

Favre ist als akribischer Arbeiter bekannt, ist zudem ein Trainer, der immer wieder das berühmte Ass aus dem Ärmel zaubert. Wie zuletzt, als er den gelernten Stürmer Lukasz Piszczek zum rechten Verteidiger umfunktionierte – mit Erfolg. Im Kampf um die Meisterschaft können solche Einfälle entscheidend sein. Zumal er von Beginn an auf flexibel einsetzbare Akteure setzte – polyvalente Akteure, wie er immer sagt. Wohl auch in Köln wird der Pole auf der für ihn ungewohnten Position zum Einsatz kommen.

Mit dem zuletzt gelb gesperrten Gojko Kacar und den lange Zeit verletzten Kapitän Arne Friedrich stehen Favre zwei zusätzliche Alternativen am 32. Spieltag zur Verfügung, wenn die Hertha heute beim 1. FC Köln an (ab 20:00 Uhr im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de), der sich erst unlängst aller Abstiegssorgen entledigte, antritt. Im Sturm werden wie gegen Bochum erneut Woronin und Pantelic auflaufen. Der Serbe bekam zwar gegen Bochum zwanzig Minuten vor Spielende einen Pferdekuss gegeben den Oberschenkel, sein Einsatz ist aber laut Favre nicht gefährdet.

Bei den Kölnern fehlen die gelb gesperrten Milivoje Novakovic und Kevin Pezzoni. Youseff Mohamad sitzt seine Rote Karte gegen Schalke 04 ab. Zudem muss Trainer Christoph Daum auf Stammtorhüter Faryd Mondragon (Schulterverletzung) verzichten, für ihn steht Thomas Kessler im Kasten.

Drei der letzten vier Spiele gegen die Domstädter konnten die Berliner gewinnen. Gute Voraussetzungen für das erste Finale im dreiteiligen Titelkampf.

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1. Bundesliga – Sonntagsschuss ins Hamburger Herz

Mit einer guten Leistung hat Hertha BSC beim HSV einen Punkt entführt. Während die Hamburger zwei verlorenen Punkten hinterhertrauern, freut sich die Hertha über Rang drei. Der Manager der Hertha ist vor allem mit der Art und Weise, wie dieses Remis erreicht wurde, zufrieden.

Es war ein wenig ulkig, als Herthas Trainer Lucien Favre kurz und knackig in einem Satz erklären sollte, was denn die bärenstarken Berliner 2009 insgesamt auszeichnen würde.

Der Schweizer Coach analysierte stattdessen eine geschlagene Minute die gesamte Partie gegen den Hamburger SV, dem sein Team gerade wacker ein 1:1 abgetrotzt hatte. Nun ja, Sprachbarrieren hin oder her, ein guter Trainer ist Favre allemal, und irgendwie hat er ja indirekt auch eine Antwort gegeben: Hertha hat eine punktuell und minutiös perfekt gesteuerte Mannschaft. Strikt organisiert halt, wie ein Schweizer Uhrwerk.

Hoeneß stolz auf Team

Der Manager von Hertha BSC, Dieter Hoeneß, war da schon entschiedener auskunftsfreudig. „Wir sind gut zurückgekommen“, spielte er auf die frühe HSV-Führung an, auf die Frage nach dem wie, antwortete der Strippenzieher dieses Höhenflugs: „Wir hatten eine gute Ordnung, und der Wille war da, das Ding zu drehen.“

Während Hoeneß frisch und erleichtert wirkte, waren die Protagonisten des HSV mit miesepetrigen (Coach Martin Jol), zermürbten (Spieler Guy Demel) oder fast zornigen (Präsident Bernd Hoffmann) Gesichtszügen zu erblicken. „Uns hilft der Punkt mehr als dem HSV“, erkannte Hoeneß, dessen Mannschaft durch das Remis auf Platz drei der Tabelle katapultiert wurde. Dann zog er das typisch kokette Hoeneß-Grinsen auf, eine Mischung aus gewitzter Ironie und ein wenig hämischer Freude, Spötter mundtot gemacht zu haben. „Unsere Zielsetzung am Anfang war der UEFA Cup. Da haben uns viele für verrückt erklärt“, sagte der Manager, der gleichzeitig auch Geschäftsführer ist. Nun sei man auf einem Champions-League-Rang.

Hamburg wohl raus aus dem Titelrennen

Die Hertha spielte gegen die sehr heimstarken Hanseaten die gesamte Spieldauer über munter und selbstbewusst mit, sodass das 1:1 hochverdient war. Die frühe Führung durch Marcell Jansen (8. Minute), der wegen einer Fußprellung zunächst gar nicht auflaufen sollte, egalisierte Gojko Kacar (66.) mit einem schönen Dropkick aus über 20 Metern in den Winkel. „Ein Sonntagsschuss“, befand ein vergrätzter Jol, dann gewann er seinen guten Humor wieder und kalauerte mit Blick auf ein wohl neu zu definierendes Saisonziel hin: „Das einzige Ziel, das wir erreicht haben, ist 55 Punkte zu haben. Einen mehr als letztes Jahr zu Saisonende.“ Ob er zufrieden sei? „Eigentlich nicht“, unkte Jol, dessen Team sich nun wohl ziemlich sicher aus dem Titelrennen verabschiedet hat.

Jol gab auch selbstkritisch zu Protokoll: „Uns hat das Glück gefehlt, aber auch die richtige Überzeugung“, die Führung auszubauen oder mit der letzten Portion Wille und Aggression mit Zähnen und Klauen das 1:0 zu verteidigen. Hoeneß erkannte zwar richtig, dass der HSV wegen des kräftezehrenden UEFA-Pokalspiels vom Donnerstag frühzeitig platt gewesen sei, dennoch rauschten die Rothosen in der Schlussviertelstunde nochmal mit der zweiten Welle vor das Hertha-Gehäuse. Doch eben diese intelligente Abstimmung und blitzartige Umstellung der Gäste vom agierenden Konterfußball auf dicht gestaffelte Defensive zeichnet die Berliner aus. „Hertha ist sehr sachlich“, analysierte Jol in niederländisch-deutschem Duktus.

Kampf um Rang drei

Die Tabelle hat sich indes an diesem 30 Spieltag an der Spitze ein wenig auseinander dividiert. Fünf Punkte auf Tabellenführer VfL Wolfsburg, sowie das deutlich schlechtere Torverhältnis werden dem HSV nicht reichen, um vier Spieltage vor Saisonende nochmal nach den Sternen zu greifen und den ersten Titel nach 1983 an die Elbe zu holen. Es geht nun um Platz drei und lukrative Champions-League-Millionen.

Auf diesem sitzt derweil Hertha mit einem Zähler Vorsprung auf die Hanseaten. Es ist anzunehmen, dass HSV-Boss Hoffmann auch deshalb so gallig dreinschaute, weil von hinten Borussia Dortmund drückt. Jol erkannte warnend: „Es gibt keine Top 5, sondern eine Top 6.“

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Nordderby 2.0 – Schlägt der HSV zurück?

Nordderby reloaded – im zweiten von vier Prestigeduellen binnen 19 Tagen kämpfen Werder Bremen und der Hamburger SV diesmal im UEFA-Pokal um den Einzug ins Endspiel. „Da muss man ja schon ein bisschen aufpassen, in welchem Wettbewerb man sich gerade befindet“, sagt Werder-Trainer Thomas Schaaf nicht ganz ernst gemeint vor dem Halbfinal-Hinspiel am Donnerstag (20.45 Uhr/live bei Premiere und Sat.1) im mit 37.000 Zuschauern ausverkauften Weserstadion.

Ausgerechnet an seinem 48. Geburtstag („Das ist mir aber völlig egal“) kann der Coach wie schon in der Vorschlussrunde des DFB-Pokals vor einer Woche dem Erzrivalen die Suppe gehörig versalzen. Schaaf: „Der Sieg in Hamburg mag ein kleiner Vorteil sein, aber Hamburg wird sich jetzt noch mehr gegen uns stemmen, der Widerstand wird nochmal größer sein.“

In der Tat wollen die Gäste alles daransetzen, den negativen Trend mit den Niederlagen gegen Bremen im Elfmeterschießen und in der Bundesliga in Dortmund an der Weser zu stoppen. „Wir haben es immer noch selbst in der Hand, eine großartige Saison sehr erfolgreich zu beenden“, meint HSV-Trainer Martin Jol, der von einer Krise kurz vor Saisonende nichts wissen will: „Wir sind immer noch in der Bundesliga oben dabei, da muss ich mir darüber keine Gedanken machen.“

Pokalwettbewerbe im Bremer Fokus

Bei den Bremern, die in der Bundesliga keine Rolle mehr spielen, fokussiert man sich nun vorerst ganz auf den UEFA-Pokal und auf das erstmalige Erreichen des Endspiels in diesem Wettbewerb. Sportdirektor Klaus Allofs: „Wir haben im DFB-Pokal gegen den HSV den ersten Punkt gesetzt. Jetzt gilt es, diese Partie mit Gelassenheit anzugehen und das ruhig zu spielen.“

Denn nur, wenn die Grün-Weißen auch im nächsten Jahr im internationalen Geschäft mitmischen, dürfte Dribbelkönig Diego an der Weser zu halten sein. Mittlerweile ist das Interesse von Italiens Rekordmeister Juventus Turin an der Verpflichtung des Brasilianers konkreter geworden. „Es hat Gespräche gegeben“, bestätigte Allofs der Kreiszeitung Syke.

Definitiv fest steht hingegen bei den Hamburgern der Wechsel von Torjäger Ivica Olic zum deutschen Rekordmeister Bayern München, daran wird auch der Trainerwechsel an der Isar nichts ändern. Im Trikot von ZSKA Moskau hat der Kroate den UEFA-Cup bereits 2005 gewonnen.

„Spiel des Jahres“ für Ivica Olic – Jansen und Petric fallen aus

„Für mich ist das Duell in Bremen das Spiel des Jahres. Es wird wichtig sein, dort ein Tor zu erzielen“, glaubt der 29-Jährige, der in dieser Saison international bereits siebenmal für den HSV traf. Fehlen werden allerdings Olics Sturmpartner Mladen Petric, der sich vor einer Woche im DFB-Pokal eine Risswunde am Fuß zuzog, sowie Nationalspieler Marcell Jansen, den eine schmerzhafte Rippenprellung plagt.

Am Rande dieser Begegnung blieb es zwischen den rivalisierenden Anhängern weitgehend ruhig, gleiches erhofft sich die Polizei auch am Donnerstag in Bremen. „Wir wünschen uns einen respektvollen und friedlichen Umgang aller Fans mit dem verbindenden Ziel, alle drei Titel im Norden zu behalten“, sagte ein Polizeisprecher.

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Stellenangebot: Trainer bei Bayern

Wir sind seit den 1970ern Jahren der Branchenführer in der Fußball-Bundesliga und haben per vereinseigener Leitlinie den Anspruch auf alle nationalen Titel sowie den Gewinn der Champions League und des Weltpokals. Wir stehen für Arroganz, wenig Geduld und sind im Besitz der allgemeingültigen Wahrheit bei allen Fußball-Themen.

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Ihr Profil:
- Sie sind ein anerkannter, nach FIFA-, UEFA- und DFB-Richtlinien zertifizierter Fußball-LEHRER
- Sie haben nachweisbar auf täglicher Basis einen internationalen Spitzenklub nachhaltig erfolgreich trainiert und geführt (ein erfolgreiches Projektmanagement bei einem Nationalteam reicht nicht aus!)
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- Altbewährte Grasfressen-Parolen und computergesteuerte Leistungsdiagnostik sind für Sie kein Widerspruch
- Sie sind jung und aufgeschlossen, aber gleichzeitig erfahren und konservativ
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- die unmittelbare Erzielung kurz, mittel- und langfristiger Erfolge

Idealerweise ersetzen Sie den Vorstandsvorsitzenden und Manager bei der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere nach unerwarteten Heim-Pleiten oder peinlichen Auswärts-Niederlagen.

Sie unterstehen direkt der Vereinsspitze und berichten tagesaktuell dem Vorstandsvorsitzenden, dem Manager und der „Bild“-Zeitung.

Unerwünscht sind:
- Lothar Matthäus, Christoph Daum und Peter Neururer
- Visionäre und/oder US-Amerikaner
- Maxime wie ‘Jeden Spieler jeden Tag ein Stück besser machen zu wollen’
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- ein Betreuerstab, der die Maximalzahl fünf überschreitet
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FC Bayern München AG
Personalabteilung
Säbener Straße 51-57
81547 München

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FC Bayern: Klinsmann gefeuert !

Der FC Bayern München und Jürgen Klinsmann gehen nach Angaben der „Bild“-Zeitung ab sofort getrennte Wege. Sein Nachfolger für die restlichen fünf Bundesligaspiele wird Jupp Heynckes, der bereits am Samstag beim Spiel gegen Schalke auf der Tribüne der Allianz Arena gesessen hatte.

Trotz seines bis Sommer 2010 datierten Vertrags zogen die Bayern-Bosse die Notbremse. Am Sonntagvormittag verantwortete Klinsmann noch das Training. Doch bereits gegen Mittag trafen sich Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Karl Hopfner und diskutierten bis in den späten Abend. Auslöser war die 0:1-Schlappe am Samstag gegen Schalke 04 in der Allianz Arena. Zuvor das Aus im Viertelfinale des DFB-Pokals und in der Champions League sowie die gefährdete Qualifikation für die „Königsklasse“ in der kommenden Saison.

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Zwei Tage nach der 0:1-Pleite gegen den FC Schalke hat der deutsche Fußballmeister Bayern München die Konsequenzen gezogen und sich von Trainer Jürgen Klinsmann getrennt. Bis zum Saisonende soll jetzt Trainer-Veteran Jupp Heynckes gemeinsam mit dem Coach der zweiten Bayern-Mannschaft, Hermann Gerland, versuchen, trotz der drei Punkte Rückstand auf Tabellenführer VfL Wolfsburg doch noch den Meistertitel 2008/2009 zu gewinnen.

Mit dem früheren Bundestrainer Klinsmann müssen auch dessen bisherigen Assistenten Martin Vasquez und Nick Theslof gehen. Der Bayern-Vorstand mit Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Karl Hopfner teilte die Entscheidung dem 44-Jährigen am Montagmorgen mit: «Der Vorstand sah nach den letzten Ergebnissen die Mindestziele für diese Saison gefährdet und hat sich deshalb zu diesem Schritt entschlossen», erklärte der Verein auf seiner Internetseite.

Die Ära Klinsmann währte bei den Bayern damit nur zehn Monate: Erst zu Beginn der Saison hatte der 44-Jährige mit viel Vorschusslorbeeren seine Arbeit beim deutschen Rekordmeister aufgenommen. Er versprach, jeden Bayern-Spieler ein Stückchen besser zu machen. Die Realität sah anders aus: Die Bayern schieden sowohl in der Champions League als auch im DFB-Pokal vorzeitig aus und verloren in der laufenden Bundesliga-Spielzeit bereits sieben Partien. In der gesamten vorigen Saison hatte es nur zwei Niederlagen gegeben.

Der 63-jährige Heynckes hatte die Bayern bereits von 1987 bis 1991 trainiert und war dabei zwei Mal – 1989 und 1990 – Deutscher Meister geworden. Zuletzt war er bis Januar 2007 Coach bei Borussia Mönchengladbach. Er gilt lediglich als Übergangslösung. Für die kommende Saison wird ein neuer Trainer gesucht. Bereits am (morgigen) Dienstag sollen Heynckes und Gerland erstmals das Training leiten.

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Arne Friedrich Opfer einer Erpressung

Es klingt wie der Stoff für einen Krimi, wurde für Nationalspieler Arne Friedrich aber zur Realität: Der Kapitän von Hertha BSC wurde nach Informationen der „BZ“ erpresst, schaltete die Polizei ein und lockte den Erpresser bei der Geldübergabe in die Arme der Polizei. Herthas Pressesprecher Hans-Georg Felder bestätigte den Vorfall.

Die unerfreuliche Geschichte begann mit einem Besuch Friedrichs beim Reha-Training. Wie immer verschloss er seine Uhr in einem Schrank, es ist ein Modell der Marke IWC, Wert: 8900 Euro. Die Uhr hatte Friedrich vor der EM 2008 als Glücksbringer erhalten, auf der Rückseite stehen Name und Trikotnummer im DFB-Team. Nach dem Reha-Training war die Uhr weg, aus dem Schrank gestohlen.

Zum Schein auf Forderungen eingegangen

Später klingelte Friedrichs Handy: „Ein mir unbekannter Typ sagte, dass er meine Uhr gefunden hätte. Wenn ich ihm 5000 Euro geben würde, dann würde er mir die Uhr an einem geheimen Ort zurückgeben.“ Der 29-Jährige schaltete die Polizei ein, die die Festnahme des Täters plante. Zum Schein ging Friedrich auf die Forderung ein und machte einen Termin für die Übergabe aus.

Kugelsichere Weste bei der Übergabe

Dann der Tag der Übergabe: „Plötzlich bekam ich als Vorsichtsmaßnahme eine kugelsichere Weste übergezogen, wurde von den Polizisten informiert, wie ich mich zu verhalten habe. Dann ging’s los. Der Erpresser kam auf mich zu. Die vier Zivilbeamten kamen aus einem Gebüsch. Sie stürmten in unsere Richtung und schnappten sich den Mann. Es ging alles unglaublich schnell“, sagte Friedrich. Der Spuk hatte eine Ende und Friedrich seine Uhr zurück. Als Folge hat er inzwischen seine Handynummer in eine Geheimnummer geändert.

1. Bundesliga: Rangnick will sechs, sieben Neue

Nach dem Absturz in der Rückrunde will Herbstmeister 1899 Hoffenheim seinen Kader für die kommende Spielzeit kräftig aufrüsten. „Wir werden für unsere zweite Bundesliga-Saison sechs bis sieben Neuzugänge verpflichten“, sagte Trainer Ralf Rangnick der „Rhein-Neckar-Zeitung“.

Auf der Wunschliste des Bundesligisten steht Lewis Holtby, der umworbene Offensivspieler von Alemannia Aachen. Zu Spekulationen um eine Verpflichtung von Lars Stindl, Christian Eichner und Dino Drpic vom badischen Rivalen Karlsruher SC wollte Rangnick sich nicht äußern. „Es gehört sich nicht, darüber zu reden. Der KSC steht im Abstiegskampf“, sagte der Coach.

Die Mehrzahl der neuen Spieler solle möglichst jung sein und aus Deutschland kommen. Aber nach dem Abschied der Routiniers Zsolt Löw, Francisco Copado, Jochen Seitz und im Sommer auch Kapitän Selim Teber könne die Mannschaft auch Bedarf an erfahrenen Kräften haben, erklärte Rangnick. Falls die Optionen auf eine Vertragsverlängerung bei Fabricio und Boubacar Sanogo nicht gezogen werden und Wellington Hoffenheim wie erwartet vorzeitig verlässt, könnte sich der Tabellenachte auch erneut auf dem südamerikanischen Markt umsehen.

Nach der Serie von zehn Spielen ohne Sieg hat Rangnick das Ziel UEFA-Cup-Platz ad acta gelegt. „Vor uns stehen Mannschaften, die schon von ihrem Budget her dorthin gehören“, sagte der 50-Jährige. Die Hoffenheimer kämpfen wegen Verletzungen und Sperren seit Wochen mit akuter Personalnot. Zuletzt waren nur zwölf Profis im Training. Neben Isaac Vorsah mussten auch Chinedu Obasi und Demba Ba kürzer treten. Ihr Einsatz am Freitag im Heimspiel gegen Hertha BSC ist gefährdet. Dagegen trainierte Torwart Timo Hildebrand wieder mit dem Team und darf auf eine Rückkehr gegen die Berliner hoffen.

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1. Bundesliga: Butt mit breiter Brust zum Titel?

Torhüter Hans-Jörg Butt (34) hat in dieser Saison nur ein Ziel. Mit dem FC Bayern München will der „ewige Zweite“ endlich Meister werden. „Ich kenne die Feier auf dem Marienplatz nur aus Erzählungen, in diesem Jahr will ich das selber mal miterleben“, meinte er in der TV-Sendung Blickpunkt Sport.

Das Selbstbewusstsein stimmt. Nach der Ausbootung von Michael Rensing ist Butt bis zum Saisonende die neue Nummer eins im Bayern-Tor.

Ob danach ein anderer Keeper verpflichtet wird, ist dem Vize-Weltmeister egal. Butt will einfach nur die Meisterschale in den eigenen Händen halten, nachdem er 2002 mit Bayer Leverkusen auf Platz zwei landete.

„In München kann man jedes Jahr um den Titel kämpfen. Außerdem besteht fast immer die Möglichkeit, in der Champions League zu spielen“, so Butt, der nicht zum FC Bayern gekommen ist, um nur auf der Bank zu sitzen.

Butt will spielen. Am besten über die Saison 2008/09 hinaus, wenn ihn die Verantwortlichen an der Säbener Straße lassen. „Es ist etwas Besonderes hier zu spielen. Dass ich im Tor stehe, ist für mich nicht überraschend. Ich habe im Training ordentlich Gas gegeben.“

Klinsmanns Vertrauen hat er. Eigentlich sollte Butt nur ein Spiel in der Champions League gegen den FC Barcelona zwischen den Pfosten stehen. Mittlerweile sind vier Partien daraus geworden. „Es geht nicht um mich oder Rensing. Wir wollen die Saison ordentlich abschließen. Wir wollen uns für die Champions League qualifizieren und Deutscher Meister werden.“

Diese Möglichkeit besteht zwar, aber ebenso die Tatsache, dass Butt im Tor der Bayern wieder nur Zweiter wird. Eine bittere Vorstellung, wenn man bedenkt, dass er bereits Vize-Weltmeister, Vize-Champions-League-Sieger, Vize-Meister und Vize-Pokalsieger war. „Wir müssen jetzt die Spiele gewinnen, dann können wir unsere restlichen Ziele noch erreichen.“

Vielleicht auch mit einem Elfmetertor von Butt, der als Keeper mit 26 Pflichtspieltoren von der Regionalliga bis hin zur Champions League mehr Treffer erzielt hat, als manch anderer Profi. „Ich habe mich nie aufgedrängt, einen Elfmeter zu schießen“, bemerkte der ruhige und besonnene Schlussmann, den „Klinsi“ zum neuen „Leader“ in der Kabine deklarierte. Schwer vorzustellen, denn Butt scheint kein Typ, der einfach so mit der Faust auf den Tisch haut. Aber vielleicht trifft er mit seinen leisen Tönen den Nerv der Mitspieler und kann seinen Traum vom Titel endlich verwirklichen.

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1. Bundesliga: DFB-Pokal als rettendes Ufer

Für Bayer Leverkusen ist das DFB-Pokal-Halbfinale „das Spiel des Jahres“. Bayer ist in der Rückrunde ins Niemandsland der Tabelle abgerutscht, das internationale Geschäft kann nur noch über den Pokal erreicht werden. Nun geht es gegen den FSV Mainz 05 – das beste Auswärtsteam der 2. Liga.

Hoch gelobt und begeistert beobachtet wurde der temporeiche Fußball, den Trainer Bruno Labbadia mit seiner Elf in der Hinrunde auf den Rasen zauberte. Im Winter folgte jedoch der Einbruch, ähnlich wie beim Herbstmeister Hoffenheim. Nach zwölf Spieltagen wurde die Werkself neben der TSG noch als Kandidat auf den Meistertitel gehandelt und galt als Vorzeigemodell dafür, wie man mit jungen deutschen Talenten attraktiven Fußball spielen kann.

Doch nach der Pause war die Attraktivität im Leverkusener Spiel verflogen. Nach elf Rückrundenspielen sieht die Bilanz eher mager aus: zwei Siege, vier Unentschieden, fünf Niederlagen. Mit neun Punkten Rückstand auf Rang fünf hat sich Bayer aus dem Rennen um die europäischen Plätze verabschiedet. Die Vorstellungen schwanken zwischen wenigen Lichtblicken (wie dem 4:2-Erfolg über Bayern im Viertelfinale des DFB-Pokals) und glanzlosen, teilweise deprimierenden Spielen wie beim 1:2 in Bielefeld.

Deshalb ruhen nun alle Hoffnungen auf dem DFB-Pokal – der letzten echten Chance zum Einzug in den internationalen Wettbewerb. „Er ist der kürzeste Weg dorthin“, sagte Renato Augusto im „kicker“ und warnt: „Man ist schnell weiter, aber auch schnell draußen.“ Doch im Pokal spielte Bayer bisher überzeugend: Beim einzigen Sieg in der Düsseldorfer LTU-Arena bezwang man im Viertelfinale Bayern München dank einer hervorragenden Leistung mit 4:2.

Nach dem Pokalsieg 1993 und der Finalniederlage 2002 gegen Schalke 04 scheint reine Formsache, denn auf dem Papier ist Bayer gegen Mainz klarer Favorit. Doch die Werkself sollte sich vom Klassenunterschied nicht zu sehr blenden lassen – denn mit Mainz kommt das beste Auswärtsteam der 2. Liga nach Düsseldorf. Neun Siege, drei Unentschieden und nur zwei Niederlagen stehen zu Buche – vielleicht ist es ein Vorteil für die Mainzer, auswärts antreten zu müssen, zumal Bayer die vergangenen sieben Bundesligaspiele in der ungeliebten LTU-Arena nicht mehr gewonnen.

Unterschätzen darf die Elf von Bruno Labbadia die Mainzer keinesfalls. Das Team von Coach Jörn Andersen spielt um den Aufstieg mit und rangiert mit sieben Punkten Rückstand auf Tabellenführer Freiburg auf dem dritten Platz.

Die Generalprobe für das Spiel gegen Leverkusen verlief nicht wie gewünscht. Einer 1:2-Niederlage im Spitzenspiel gegen Freiburg folgte ein mageres 0:0 gegen Ahlen. „Wir fahren als krasser Außenseiter nach Düsseldorf – wie immer, wenn ein Zweitligist bei einem Erstligisten antreten muss“, sagte Andersen, der trotzdem an seine Mannschaft glaubt: „Wir haben ja auch schon die Sensationen gegen Köln und Schalke geschafft. Warum sollten wir das nicht auch gegen Leverkusen schaffen?“

Um die Überraschung abzuwenden, beschwört man bei Bayer das Pokal-Gefühl. Das Endspiel-Feeling kennt auch Simon Rolfes: „Das ist ein einmaliges Erlebnis“, sagte der Bayer-Kapitän und verwies auf die Partie gegen die Münchner: „Wir müssen das Viertelfinale gegen Bayern zum Vorbild nehmen: Dann bin ich optimistisch, dass wir das Finale erreichen.“

Die Leverkusener bangen noch um Renato Augusto und René Adler. Der Keeper laboriert an Schulterproblemen, Augusto klagt über ein angeschwollenes Knie. Dagegen kann Andersen auf die wieder genesenen Stammkräfte Niko Bungert und Markus Feulner setzen, die aufgrund muskulärer Probleme gegen Ahlen passen mussten.
Doch egal, ob Mainz weiterkommt oder nicht – ein Festtag wird die Partie gegen Leverkusen auf jeden Fall. Das unterstrich auch Präsident Harald Strutz: „Feste soll man feiern, wie sie fallen.“

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1. Bundesliga: Fünf Gründe für den Schalke-Aufschwung

So schnell geht das auf Schalke! Vor nicht einmal einem Monat herrschte in Gelsenkirchen noch das pure Chaos. Nach der 1:2-Heimpleite gegen den HSV wurde Trainer Fred Rutten entlassen. Seitdem haben die „Knappen“ dreimal ohne Gegentor gewonnen. eurosport.yahoo.de nennt die Gründe für den Aufschwung.

Neues altes Trainergespann

Wie schon in der vergangenen Saison nach dem Rauswurf von Mirko Slomka hat sich die Notlösung auf der Trainerbank als ein Glücksgriff erwiesen. Das Trio Mike Büskens, Youri Moulder und Oliver Reck brachte das Team wieder auf den Erfolgsweg zurück. Nach zwei 2:0-Erfolgen gegen Bielefeld und Karlsruhe gewann Schalke auch am vergangenen Freitag gegen völlig überforderte Cottbuser mit 4:0 und liegt damit nur noch einen Rang hinter Platz fünf, der zur Teilnahme an der neu gegründeten Europa League brechtigt.

Das Lob der Spieler ließ nicht lange auf sich warten. „Die machen bis jetzt eine Superarbeit“, meint Mittelfeldspieler Jermaine Jones. Und Kevin Kuranyi sagt: „Ich hoffe, dass sie oben merken, dass die Drei passen.“ Allerdings will Geschäftsführer Peter Peters dem Trio für die nächste Saison noch nicht das Vertrauen aussprechen. Büskens meinte gegenüber dem Sportinformationsdienst, es interessiere ihn nicht, was nach der Saison passiert.

Neues Selbstvertrauen

Je häufiger die Mannschaft mit dem beliebten Trainertrio gewinnt, desto schwerer wird es für den Vorstand der „Königsblauen“, der Öffentlichkeit einen neuen Coach zu vermitteln. Denn das Team strotzt unter Büskens und Co. nur so vor Selbstvertrauen. Selbst Orlando Engelaar, der unter Rutten weit unter Normalform spielte, zeigt plötzlich längst verschollen geglaubte Qualitäten.

Das 4:0 durch Kuranyi gegen Cottbus bereitete er mustergültig vor. „Dass die Jungs gute Fußballer sind, wussten wir ja“, erklärt Büskens. Seitdem er mit Moulder und Reck das Kommando übernommen hat, scheinen das auch die Spieler selbst wieder zu wissen.

Taktische Veränderungen

„Ich fühle mich auf dieser Position sehr wohl“, meint Halil Altintop über seinen neuen Part als zentraler offensiver Mittelfeldspieler hinter den Spitzen. Im Zentrum sei er viel torgefährlicher als auf seiner früheren Position auf den Außen. „Da passt es sehr gut, wenn ich mehr aus dem Mittelfeld kommen und mir selbst die Bälle holen kann.“

Auch in der Abwehr hat das Trainergespann die Positionen wieder mit den richtigen Spielern besetzt. Nach der Verletzung von Marcelo Bordon ist Heiko Westermann auf seinen angestammten Posten des Innenverteidigers zurückgekehrt und hält seitdem mit Mladen Kristajic den Laden zusammen. Auf der linken Abwehrseite verdrängte der wieder genesene Christian Pander den Georgier Lewan Kobiaschwili. Der Außenverteidiger ist nicht nur in der Defensive stark, sondern unterstrich mit seinem Tor zum 1:0 gegen Energie auch seine Offensivqualitäten.

Mehr Spaß in der Mannschaft

Galten die Schalker unter Rutten noch als zerstrittener Haufen, sagt Mittelfeldspieler Jones jetzt über die Atmosphäre im Team unter dem neuen Trainertrio: „Die bringen eine Superstimmung in die Truppe. Es macht wieder Spaß, und das sieht man an jedem einzelnen Spieler.“ Selbst Stürmer Kuranyi, der in der Hinrunde noch häufig verzagte und laut über einen Weggang aus Gelsenkirchen nachdachte, hat das Lachen wieder gefunden.

Vor dem Spiel gegen die Lausitzer hatte er seinen Mitspielern versprochen, einen auszugeben, wenn er trifft. „Bei unserem Mannschaftsabend nach der Partie habe ich gern die erste Runde Cola bezahlt“, sagte Kuranyi und fügte scherzhaft hinzu: „Wem das nicht passte, konnte auch gerne eine Apfelschorle bestellen.“

Aufbaugegner

Bei aller Freude über die drei makellosen Siege hintereinander ist den Schalkern klar, dass Bielefeld, der KSC und Cottbus nicht die größten Herausforderungen darstellten. „Das waren Pflichtsiege“, machte Jones deutlich, und Altintop sagte nach dem höchsten Saisonsieg der Schalker: „Wir wollen nichts überbewerten.“ Alle wissen, dass die wahren Prüfungen erst noch bevorstehen.

Gleich das kommende Spiel gilt als der ultimative Gradmesser. Bei den wieder erstarkten Münchner Bayern wird ihnen am kommenden Samstag nichts geschenkt werden. „Wir fahren mit sehr viel Respekt nach München, denn der FC Bayern ist eine Topmannschaft“, warnt Kuranyi. „Wenn wir jedoch genauso selbstbewusst auftreten wie in den vergangenen Spielen, können wir auch dort punkten.“ Und Büskens ist schon ganz aufgeregt vor der nächsten Dienstreise. „Ich freue mich auf die Allianz-Arena. Da war ich noch nie.“ Bei einem Europapokalspiel auf der Schalker Bank saß er übrigens auch noch nie. Sollte aber seine Erfolgsserie anhalten und sein Team doch noch die Europa League erreichen, könnte er auch dieses Gefühl bald genießen.

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